Verbrieft
KI-Kompetenzpflicht · Stand 2026-09-09

Gibt es eine kostenlose KI-Schulung mit Zertifikat, die für Art. 4 reicht?

Kurzantwort: Ja, kostenlose Schulungen mit Zertifikat gibt es, und sie können die Pflicht aus Art. 4 der KI-Verordnung erfüllen. Das Gesetz kennt keinen Preis, keinen Mindestumfang und kein bestimmtes Zertifikat. Es verlangt Maßnahmen, die zur Rolle der Personen passen, und in der Praxis den Beleg dafür. Der Haken bei den meisten Gratis-Angeboten ist nicht der Inhalt, sondern die Dokumentation für den Betrieb.

Welche kostenlosen Angebote es gibt

  • Allgemeine Einführungskurse von Universitäten und Bildungsplattformen, zum Beispiel „Elements of AI“ der Universität Helsinki, mit Teilnahmebestätigung. Gut für Grundverständnis, mehrere Stunden lang, nicht auf den Betriebsalltag zugeschnitten.
  • Kurse von Kammern, Förderstellen und Softwareherstellern, oft kostenlos oder gefördert, mit Teilnahmebestätigung. Inhalt und Qualität schwanken stark.
  • Der Kurs von Verbrieft: 20 Minuten, fünf Module, Lernkontrolle mit zehn Fragen, Zertifikat mit Prüfcode, für die erste Person kostenlos und ohne Kaufzwang. Der Kursinhalt ist vollständig öffentlich, damit Sie vorher wissen, was drin ist.

Was eine kostenlose Schulung leisten muss, damit sie als Maßnahme zählt

  1. Inhalt: die Punkte, die die Europäische Kommission in ihren Fragen und Antworten nennt: was KI-Systeme sind, dass sie erfundene Inhalte produzieren, was mit eingegebenen Daten passiert, wann Ergebnisse geprüft werden müssen, welche Regeln im Betrieb gelten.
  2. Passung: zur Rolle der Person. Wer Kundendaten in ein KI-Werkzeug eingibt, braucht mehr als jemand, der gelegentlich einen Text glätten lässt.
  3. Lernkontrolle: ein kurzes Quiz oder eine Prüfung, damit die Maßnahme mehr ist als ein offener Browser-Tab.
  4. Nachweis pro Person: Datum, Dauer, Inhalt oder Version der Unterlage, Ergebnis. Das sind die Angaben, die die Bundesnetzagentur in ihrem Hinweispapier nennt.
  5. Register im Betrieb: Der Betrieb muss die Nachweise sammeln und die nächste Auffrischung planen. Ein Zertifikat, das nur die Person hat, hilft dem Betrieb bei einer Nachfrage nicht.

Wo der Haken liegt

Kostenlose Kurse liefern meist Punkt 1, manchmal Punkt 3, selten Punkt 4 in brauchbarer Form und fast nie Punkt 5. Der Betrieb muss dann selbst ein Register führen, das Inventar der KI-Werkzeuge anlegen, eine Richtlinie schreiben und die Wiederholung terminieren. Das ist machbar, mit unseren Vorlagen in ein bis zwei Stunden, es bleibt nur oft liegen.

Was das für Ihren Betrieb heißt

Für eine Person oder einen Selbstständigen reicht ein kostenloser Kurs mit Zertifikat vollständig, wenn Sie das Zertifikat mit Datum und Inhalt ablegen. Ab drei bis fünf Personen entscheidet das Register: Entweder Sie führen es mit den Vorlagen selbst, oder Sie nehmen ein Werkzeug, das Kurs, Zertifikate, Register, Inventar und Richtlinie zusammen erzeugt. Bei Verbrieft ist der Kurs kostenlos, der Ordner für den Betrieb kostet ab 79 € im Jahr, nach 14 Tagen Test. Beides steht auf der Seite Preise ohne Kleingedrucktes.

Quellen

  • Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3 Nr. 56, Art. 4
  • Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus)
  • Bundesnetzagentur, Hinweispapier zur KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung, Juni 2025
  • Europäische Kommission, Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz, Stand Juli 2026
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